Tinnitus

Der Begriff Tinnitus leitet sich aus dem Lateinischen ab. Die exakte Übersetzung bedeutet: das Geklingele, das Geläute, das Geschelle. Heute sind für mehr als 8 Prozent der deutschen Bevölkerung diese Ohrgeräusche, die aus dem Inneren zu kommen scheinen, ständige Begleiter. Tinnitus selbst ist keine Krankheit, sondern ein Wahrnehmungsphänomen. Häufigste Ursache sind Lärm und Stress. Das Störgeräusch im Kopf kann zu einer schweren Belastung werden.

In der Medizin unterscheidet man zwischen:

Akuter Tinnitus

In diesen Fällen ist der Tinnitus plötzlich aufgetaucht und ist noch nicht dauerhaft vorhanden. Meist in Folge einer Ohrerkrankung oder eines Hörsturzes.

Chronischer Tinnitus

Der Tinnitus ist seit mehr als 3 Monaten vorhanden. Die Ohrgeräusche können trotz Behandlung über Monate hinweg bleiben. Manche Betroffene lernen mit den Geräuschen im Alltag zu leben. „Man gewöhnt sich dran.“ Für andere ist an eine Gewöhnung nicht zu denken, die Belastung ist zu stark. Es kann passieren, dass durch die Ohrgeräusche weitere körperliche oder psychische Probleme auftreten.

Eine Abklärung bei einem Hals-Nasen-Ohrenarzt ist in jedem Fall sinnvoll. Vor allem bei akutem Tinnitus ist es wichtig, direkt zum Arzt zu gehen (am besten innerhalb von 48 Stunden).

Ursachen von Tinnitus

Körperliche Ursachen können zum Beispiel sein:

  • Mittelohrentzündungen
  • Hörsturz
  • Ohrenschmalz
  • Lärmschwerhörigkeit
  • Altersschwerhörigkeit
  • Lärmeinwirkung von lauter Musik oder anderen lauten Schallereignissen
  • Erkältung
  • Otosklerose
  • Herzrythmusstörungen
  • Blutdruckschwankungen
  • Diabetes
  • Halswirbelsäulenprobleme
  • Hirntumore

Seelische Ursachen sind mitunter:

  • Dauerstress
  • Depressionen
  • Belastende Lebensereignisse

Behandlungsmöglichkeiten von Tinnitus

Dank jahrzehntelanger Forschung kann man Tinnitus mit gezielter Therapie behandeln. Die wichtigste Säule des erfolgreichen Tinnitus-Managements sind jedoch Sie. Nehmen Sie sich die Zeit und lassen Sie sich von einem erfahrenen Team aus Ärzten und Hörakustikern begleiten. Gerne beraten Sie auch hier die Hör-Experten.

Hilfe finden

Suchen Sie einen HNO-Arzt und/oder besuchen Sie ein Akustikfachgeschäft und lassen Sie sich in aller Ruhe über die Möglichkeiten zur Behandlung Ihres Hörverlustes beraten.

Schnelle Antworten

Wie schütze ich mich bei Lärm?
Lärmschwerhörigkeiten treten meistens erst nach einiger Zeit auf, daher empfehlen wir grundsätzlich in lauter Umgebung das Tragen von Gehörschutz. Man unterscheidet dabei zwischen maßgefertigtem Gehörschutz, der individuell angefertigt, und Standard Gehörschutz.
Brauche ich ein Hörsystem?
Fällt es Ihnen schwer Ihre Mitmenschen zu verstehen? Vielleicht in Gruppengesprächen oder im Café? Finden Sie, dass Andere nuscheln und müssen Sie oftmals nachfragen? Stellen Sie den Fernseher häufig lauter? Sollten Sie bei einem oder mehreren der oben genannten Punkten den Eindruck haben, dass diese auf Sie zutreffen, empfehlen wir Ihnen einen Hörtest.
Welche Hörsysteme gibt es?
Grundsätzlich unterscheidet man zwischen zwei Bauformen. Den sogenannten Hinter dem Ohr Geräten (HdO) und den Im Ohr Geräten (IO). Es gibt in den jeweiligen Bauformen viele tausend unterschiedliche Modelle, die sich vor allem in der Leistungsfähigkeit und dem Design unterscheiden.
Welche Kosten übernimmt die Krankenkasse?
Das hängt immer von der jeweiligen Krankenversicherung ab. Die meisten gesetzlichen Krankenkassen zahlen für eine Hörgeräteversorgung rund 700 € (je Ohr). Bei privaten Krankenkassen liegen die Beträge häufig darüber.
Was kann eine Hörtherapie/ein Hörtraining bewirken?
Mit einer Hörtherapie bieten einige Hörakustiker Programme an, die dafür sorgen, dass die Eingewöhnung an das Hören mit Hörgeräten deutlich leichter fällt und somit das Verstehen von Sprache für Sie verbessert wird.
Gibt es spezielle Hörsysteme für Kinder/Jugendliche?
Es gibt von einigen Herstellern bestimmte Hörgerätemodelle, die für die Kinderversorgung besonders geeignet sind. Hier empfiehlt es sich gezielt in einem Hörakustik-Fachgeschäft nachzufragen.
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